29Sep/116

Großkonzerne und ihre Subventionen Teil 1 (Nokia)

Nokia - Entlassing People

Subventionen gibt es in vielen Bereichen. Meiner Meinung nach: Entstanden durch Lobbyarbeit, mit dem vorgeschobenen Grund, Firmen an ein Land zu "binden". Sie sollen Fabriken und im Endeffekt Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaftlichkeit eines Landes nach vorn zu bringen (sonst wären wir sicher nicht Exportweltmeister geworden). Gehen wir bei einem Konzern mal mehr ins Detail. Manche könnten diesen Namen nicht ohne fluchen oder die Worte "fieser mieser Drecksverein" aussprechen (ich würde das natürlich niemals sagen oder meinen...) - Nokia

Nokia - Abzocke, Verarsche und wir spielen dabei mit

Ich hatte hier schon einmal zuvor von den Machenschaften des Telekommunikationsherstellers Nokia berichtet. Damals habe ich angeprangert, Nokia kassiert Subventionen und verlegt dann die Produktion in andere Länder, um noch mehr Zuschüsse zu erhalten. Bestes Beispiel war die Produktionsstättenverlagerung von Bochum nach Rumänien im Jahre 2008.

Jetzt, drei Jahre später, kündigt Nokia die Schließung des Standortes in Rumänien und weitere Entlassungen in verschiedenen Ländern an.

Erst im April hatte Nokia die Streichung von insgesamt 7.000 Stellen im Bereich Forschung und Entwicklung angekündigt, 4.000 davon sind an den Technologie-Dienstleister Accenture ausgelagert worden. (siehe ComputerBase.de)

Und jetzt sollen wieder 1.300 Mitarbeiter entlassen werden. Die Frage nach dem Grund dafür erübrigt sich, wenn man sich die Umsätze des Unternehmens ansieht (42,446 Mrd. € 2010) sie haben natürlich massive Gewinnverluste eingefahren.

Jetzt ist die Frage: Kaufen wir weiterhin Nokia-Artikel?

 

Wenn ja - Beuten sie uns durch solche Aktionen weiter aus

Wenn nein - werden sie sicher noch weitere Stellen entlassen, da ihre Gewinne weiter sinken

tolle Wahl... Der Handynutzer und gleichzeitiger moderner Sklave werden doch schon genug mit dieser Technik gepeinigt. Allein die super Vorratsdatenspeicherung nimmt unangenehme Züge an, aber das ist ein anderen Artikel wert.

Weitere Subventionsverarschen folgen im 2ten Teil. Dort werde ich auch auf die momentane Lobbyarbeit eingehen, die unsere Politik ersetzt.

Morris am Donnerstag, den 29. September 2011
Kommentare (6) Trackbacks (0)
  1. Das Problem ist auch, dass Nokia, wenngleich es mitunter das bekannteste, jedoch nicht das einzige schwarze Schaf ist, was sich auf den Subventionspoker spezialisiert hat.

    Ich glaube um all solche schwarzen Schafe zu meiden müsste man selbst autark von der Außenwelt leben und das ist theoretisch zwar möglich aber dann muss man Steuern zahlen für Dinge die man nicht beansprucht und so fließt das eigene Geld wieder “auf den größten Haufen”

  2. Und die Herstellt der NIE in der EU produziert haben wie Apple, HTC usw. darf man kaufen oder wie? Ich verstehe die Logik nicht und habe sie auch damals nicht verstanden. Diese Firmen haben wenigstens mal hier produziert, die anderen nie, aber die anderen darf man kaufen???

  3. Um ehrlich zu sein, verstehe ich die Aufregung nicht ganz.

    Nokia ist natürlich aus dem selben Grund nach Bochum, wie nach Rumänien gezogen –> weil sie von den jeweiligen Regierungen durch Subventionen (also meintewegen staatl. Bestechungesgelder) eingekauft wurden. Und natürlich machen die Regierungen damit ihren jeweiligen Standort attraktiver.

    Aber welchen Grund hätte Nokia denn bitte sonst gehabt, sich Bochum oder Rumänien oder irgend einen anderen Standort für seine Produktion auszusuchen? Weil sie die Menschen oder die Landschaft so schätzen? Bzw. warum wundert man sich darüber oder regt sich gar darüber auf?
    Wir sprechen hier von einem globalem Wirtschaftsunternehmen, welches sich selbstverständlich um seine Gewinnmaximierung sorgt.
    -Nebenbei verstehe ich hier auch den oben beschriebenen Zusammenhang zwischen Umsatz und Gewinnverlust nicht ganz.-
    Absolut jedes Unternehmen im Kapitalismus funktioniert so.

    So ist es Erstens -bei allem Respekt- völliger Quatsch von Verarsche zu sprechen, da die Handlungsweisen von Nokia sowohl vorher, als auch danach vollkommen nachvollziehbar waren und sind.

    Zweitens: weiß ich nicht wen Nokia hier ausbeuten soll. Denn wir sprechen ja hier nur von der Standortwahl eines Unternehmens. Die Subventionsverträge, die Nokia mit den Regierungen schloss, beliefen sich auf die Zeit, wärend der Nokia sich an dem jeweiligen Standort aufgehalten hat. Solange Nokia seine Mitarbeiter, wärend sie beim Unternehmen selbst angestellt sind, vernünftig behandelt, und die eben erwähnten Verträge einhält, bestehen die jeweiligen Verhältnisse im beiderseitigem Einverständnis. Also wen zur Hölle soll Nokia ausbeuten, wenn sich doch alle beteiligten Parteien freiwillig auf die Deals eingelassen haben.

    Was mich zu Drittens bringt:
    Warum sind gerade Handynutzer moderne Sklaven??? Wenn sich jemand, auf dem nun wirklich riesigem Handymarkt eines von den Dingern von Nokia kauft, passieren genau zwei Dinge: 1. Person A entscheidet sich dafür ein Handy zu kaufen. 2. Person A entscheidet sich dafür, sich ein Nokiahandy zu kaufen. Wo ist da denn bitte der Zwang???
    Der mMn allerdings schlimmste Aspekt der Aussage ist die von oben herab unterstellte Unmündigkeit der Menschen, die sich auf Nokia eingelassen haben. Diese Menschen haben jeden Zeitpunkt die Verantwortung für ihr eigenes Handeln inne gehabt. Und ihnen das abzusprechen ist allfalls anmaßend. Das Ganze hat nicht im Mindesten was mit Menschenhandel oder Sklaverei zu tun.

    Ich möchte ferner noch festhalten, dass ich mich hier mit Absicht weder positiv noch negativ über das Verhalten von Nokia äußere, da das Unternehmen für das System in dem es sich bewegt nunmal nicht mehr Verantwortung trägt, als absolut jeder andere Mensch auch. Wir sprechen hier über die Grundzüge des Kapitalismus, zu denen Gewinnmaximierung und damit auch zwangsläufig Outsourcing dazugehören. Und wenn man gerade dem zweiten Punkt kritisch gegenüber steht, dürfte man sich konsquenter Weise nicht darüber beschweren, dass Nokia erst Deutschland und jetzt Rumänien verlässt, sondern dass das Unternemhen Finnland überhaupt verlassen hat. Oder sind die Finnen einfach nur froh, nicht mehr unter der Tyrannenherrschaft von Nokia zu leiden?!

    Es ist die Aufgabe von Politik die von mir angesprochenen Verhältnismäßigkeiten so zu gestalten und zu verändern, dass das bestmöglichste Ergebnis für die Regierten dabei rausspringt. Wenn man also unbedingt einen moralischen Sündenbock sucht, findet man den mMn am ehesten im zuständigen Parlament. Und wer damit nicht zufrieden ist, kann jedenfalls in Deutschland, von seinem Stimmrecht Gebrauch machen.

  4. Apple oder HTC sind auch nicht viel besser, nur greifen diese eben keine Steuergelder ab. In diesem Artikel geht es mir eher um die Verwendung von Subventionen. Ich arbeite noch am zweiten Teil – wie diese Subventionen festgelegt werden oder in wie weit Lobbyismus dahinter steckt.

    @ Lars: ein paar Beispiele um den modernen Sklaven durch das Handy zu erklären findest du hier http://gerstmann.net/Persoenlichkeitsentwicklung/Ich-bin-ein-Sklave-der-modernen-Technologie.html
    Das war nicht auf den Kauf eines Handys bestimmt, sonderen schon auf den Besitz.
    Und hier noch ein Beispiel, was Nokia im eigenen Land verursacht:
    http://www.computerwoche.de/management/compliance-recht/1885865/

    Für Bochum hat Nokia rund 88 Millionen bekommen (wenn ich mich nicht irre), ich finde es einfach nur nicht ganz gerechtfertigt. Ok, es werden für eine bestimmte Zeit Arbeitsplätze geschaffen… nur meinst du nicht, das dieses System nicht ganz funktioniert? Nicht jedes Unternehmen in Deutschland wird gefördert. An diser Stelle kommt die Arbeit der Lobby. Natürlich sollte “der Staat” diese Angelegenheiten regeln, aber es wird meiner Meinung nach trotzdem beschissen. Wie man klar erkennen kann, wenn wir uns die Arbeitslosenstatistik ansehen. Und wenn jedes Unternehmen Deutschland verläßt, weil es in einem anderen Land mehr Subventionen erhält, was ist dann? Könnte man den Firmen dann auch nichts mehr vorwerfen?

    Wie gesagt, vielleicht wird einiges klarer, wenn ich den zweiten Teil fertig hab. Aber ich finde es schön, dass hier ein Meinungsaustausch statt findet.

    • @ Morris:
      MMn hat der Mensch der den von dir verlinkten Artikel verfasst hat, welcher im Übrigen einfach nur ein Erfahrungsbericht und daher völlig subjektiv ist, klar formuliert, dass er sich selbst dafür entschieden hat, sich dem ganzen “Technostress” auszusetzen. Gezwungen hat ihn niemand. Zudem benutzt auch das Wort “Sklave” zwar im übertragenen Sinne, jedoch aber trotzdem falsch. ein Sklave muss tun was ihm befohlen wird, ob er nun die Verantwortung dafür übenehmen will oder nicht. Ansonsten wird er verkauft oder erschossen.

      Zum zweiten Link:
      Natürlich entwickelt ein erfolgreiches Unternehmen Druck gegenüber einer Regierung, wenn es die Mittel dazu hat. Dass das Anliegen im beschriebenen Link von Nokia verwerflich und unethisch ist, da es ja -laut dem Artikel der Computerwoche- nicht nur seine Mitarbeiter, sondern alle finnischen Arbeitnehmer per Gesetz unter Generalverdacht stellen möchte, stimmt zweifellos.
      Mal ganz abgsehen davon, dass sich die Finnische Regierung mMn wesentlich weniger Sorgen um die 16.000 Angestellten, als um seine Aushandelsbilanz machte.
      Trotzdem macht es keinen, zu fragen, warum ein Unternehmen so handelt. Vielmehr sollte man sich fragen: warum ein Unternehmen einen solchen Druck ausüben kann?
      Nokia hat die finnische Regierung mit dem “Lex Nokia” vor die Entschiedung zwischen ethischen Werten (also seine Arbeitnehmer nicht unter Generalverdacht zu stellen) und 16.000 Beschäftigten + bessere Bilanz gestellt; und auch noch gewonnen. Obwohl die Finnen dagegen Monate lang demonstrierten. Wenn man will, könnte man meinen, dass Nokia seine eigene Regierung erpresst. Dass sich die finnische Regierung aber auch hat erpressen lassen, obwohl sie offenbar den Rückhalt ihrer bevökerung gehabt hätten, wenn nicht, würde mich als Finne an der Integrität meiner Regierung zweifeln lassen. Natürlich hat Nokia da einen unmoralischen Deal vorgeschlagen (wenn die Quellen stimmen). Aber die Finnische Regierung hat sich darauf eingelassen, und sich gegen die Interessen seiner demonstrierenden Bevölkerung entschieden.

      Die Nummer die mit Nokia in Deutschland gelaufen ist, ist trotzdem ein anderer Schnack. Hier sollte man mMn die damamilge Nord-Rhein-Westphälische Regierung fragen, warum es ihnen 88 Millionen wert war, dass Nokia in Bochum produziert. Und warum man nicht das Geld benutzt hat, um z.B. regionale Unternehmen zu unterstützen, oder zumindest welche, von denen man davon ausgehen kann, dass sie sich in NRW entwickeln und da dann auch bleiben?
      Lobby hin oder her. Auch wenn ein Lobbyist, oder meinet wegen auch mehrere, zwischen Nokia und NRW vermittelt haben sollten, dann können aber auch die “bösen” Lobbyisten Politiker nicht zwingen, sich auf Verträge einzulassen, die sich nicht unterschreiben wollen.

      Zitat: –> Natürlich sollte “der Staat” diese Angelegenheiten regeln, aber es wird meiner Meinung nach trotzdem beschissen. Wie man klar erkennen kann, wenn wir uns die Arbeitslosenstatistik ansehen. <–

      Den Zusammenhang habe ich nicht verstanden. Jedoch sind sinkende Beschäftigungsgrade in einem System, das nach Produktivität und wachstum strebt, nun echt nichts Neues.

      Allerdings finde ich die letzten beiden Fragen spannend. Was wäre denn, wenn der Standort Deutschland für alle Unternehmen vollkommen uninteressant wird?
      Wie würde es hier aussehen? Wie würde sich das für die Bevölkerung anfühlen?

      Und was möchte man den Unternehmen denn nun eigentlich vorwerfen? In meinen ersten Kommentar habe ich nicht versucht Nokia aus der Verantwortung zu nehmen. Ich schrieb nur, dass das sie sich in einem System bewegen, das wir alle geschaffen und unterstützt haben. Und somit hat Nokia die Verantwortung für sein Handeln, aber alle anderen eben auch.

      Und um den Kreis zu schließen: Nokia konnte soviel Druck ausüben wie oben beschrieben (ohne die finnische oder die deutsche Regierungen in Schutz nehmen zu wollen), weil dass Unternehmen Milliarden-Umsetze machte, und damit für eine Volkswirtshaft einen riesigen Gewinn darstellt. Diese Umsätze erzielen sie aber nur, weil Millionen Menschen auf der Welt ihre Produkte kaufen, weil sie entweder nicht wissen, von wem, oder es ihnen einfach egal ist.
      Gegen Unwissenheit kann man in der Regel was tun. Bei Gleichgültigkeit wirds da schon schwieriger.

      • Zitat: “Gegen Unwissenheit kann man in der Regel was tun. Bei Gleichgültigkeit wirds da schon schwieriger.”
        -> ich würde sogar noch eine Stufe weiter gehen und sagen es ist beides… Massenmedien desinformieren und der breiten Masse wird langsam alles gleichgültig.
        Vielen ist wichtiger wieviel RAM oder welchen Prozessor ihr Handy hat, als die Art der Produktion und dessen ethischen Hintergrund. Unser Lebensstiel zwingt uns in vielen Bereichen leider auch dazu ): (das vllt noch zum modernen Sklaven, aber das kann ich dir auch gern irgendwann anders nochmal persönlich erläutern)

        Lars ganz ehrlich, so wichtig ist mir dieses Thema nicht. Im Vergleich zu anderen Ungerechtigkeiten auf der Welt ist Nokia noch ein Witz. Gerade was die Produktion von technischen Geräten angeht. (Stichwort: Foxconn -> http://www.flüster.net/allgemein/foxconn-reagiert-auf-suizid-serie.html )

        Sind wir uns nicht einig, das Nokia unethisch handelt?

        Die Macht des Unternehmens kommt nur, weil wir sie durch Kaufen der Produkte unterstützen. Das ist bei (fast) jedem Unternehmen der Fall. -> Unterstützen wir Abzocker, werden wir abgezockt. Sowas bedenkt nur niemand beim Kauf. (Müllermich, OCB, BMW,… weißt du auf was ich hinaus will?)
        —————-
        Interessant finde ich deinen Gedankengang – was wäre wenn kaum noch Firmen in Deutschland produzieren würden :) vielleicht würden wir dann endlich anfangen, eine Alternative für Geld zu suchen.

        Wo bleiben die realen Guy Fawkes dieses Landes? ;)


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